Umbau eines Gradsichtigen Suchers zum Winkelsucher

 

Wie ich schon in meiner Vorstellung geschrieben habe, bin ich ein echter Freund von sog. „Suchern“.

Da die meisten gradsichtigen Sucher ein auf dem Kopf stehendes, seitenverkehrtes Bild liefern wird man schon manchmal wahnsinnig, wenn man ein bestimmtes Objekt sucht. Sicher ist es eine Gewöhnungssache, aber vom dauernden Umdenken bekommt man ja Kopfschmerzen.

Weiterhin sind die meisten Sucher mit einem Dioptrienausgleich für Brillenträger ausgestattet.

Nun ja – bei -6,25dpt wird es schon echt schwer, den Sucher scharf zu bekommen, bei mir fiel immer das Objektiv (oder Okular, je nachdem wo man das Ding scharf stellt) raus, bevor es richtig scharf wurde.

Also war der Sucher so nicht zu gebrauchen. Einige Brillenträger werden das Dilemma wohl kennen…

 

Der Original Vixen 8x30 Sucher.

Eigentlich recht schön – wenn man nur reingucken könnte!

Da man üblicherweise ohne Brille durchs Okular guckt hieß es immer:
Brille auf – Sucher gucken
Brille ab – Okular gucken
Brille auf…

Außerdem wird das Sichtfeld des Suchers mit Brille noch weiter eingeschränkt.

Dem muss Abhilfe geschaffen werden.
Also: It’s Basteltime!

 

Erstmal alles zerlegen.

Frei nach dem Motto „Alle Schrauben rausdrehen und schütteln bis alles auseinanderfällt“

 

Die Bastelutensilien

Um aus dem Sucher einen Winkelsucher zu machen, habe ich einfach einen alten Zenitspiegel aus der Kramkiste genommen.

Eine alte Klorolle aufgeschnitten und auch die Teleskopseite des Zenitspiegels geklebt.

In den Okularstutzen des Spiegels passt wunderbar das abgeschraubte Okular des Suchers.

Die Länge der Klorolle muss man ausprobieren, indem man das Objektiv einfach vor den Spiegel hält und den Abstand solange variiert, bis das Bild scharf ist.

 

Das Objektiv des Suchers kann man jetzt ganz einfach in die Klorolle stecken.

Falls es zu locker ist, einfach das Objektiv mit ein paar Lagen Isolierband umwickeln.

Vorteil der Sache ist, dass man jetzt das Objektiv sehr weit vor- und zurückschieben kann, um die Schärfe des Suchers auch für extreme Kurz- oder Weitsichtigkeit einzustellen.

Weiterhin stellt der Spiegel das Sucherbild wieder richtig herum, so dass man nicht dauern umdenken muss.

 

Den alten Suchertubus habe ich an den Spiegel angeklebt, um das Ding irgendwie amTeleskop befestigen zu können.

Mit reichlich Sekundenkleber hält es bombig – wenn man die klebenden Teile vorher mit Spiritus entfettet.

So kann man auch den alten Sucherschuh noch verwenden und den Sucher gut justieren.

Der Tubus muss nur gerade in der Optischen Achse des neunen Tubus verlaufen.

 

Der neue Winkelsucher am Teleskop

Beide Okulare liegen jetzt nebeneinander. Man muss sich nicht mehr dauernd den Kopf verrenken, um abwechselnd zu schauen.

Damit es Vixen-mässig ausschaut und bei Tauwasser nicht gleich alles aufweicht wurde die Klorolle noch mit weißem Isolierband umwickelt.

Den alten Suchertubus, der ja jetzt leer ist, kann man zusätzlich noch zum „peilen“ nehmen…

 

Übrigens: Nach dieser Umbauaktion wurde es dann doch ein Telrad *fg*

Viel Spass beim Nachbauen


 © 2004 by Markus Appl •

Diese Seite ist Teil eines Framesets [this page is part of a frameset]
LOAD FRAMESET